Mit SuedLink entsteht eines der zentralen Netzausbauprojekte der energiewende in deutschland. Über rund 700 Kilometer soll die Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung künftig Strom von den Windkraftregionen im Norden bis zu den Industriezentren in Süddeutschland transportieren. Ein Schlüsselabschnitt des Projekts ist die rund 5,2 Kilometer lange unterquerung der elbe zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen.
Im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT realisieren die ARGE Tunnel ElbX, PORR und Wayss & Freytag Ingenieurbau AG diesen Tunnel, der sechs 525-kV-Kabel sowie die erforderliche Leit-, Sicherheits- und Überwachungstechnik aufnehmen wird. Zusätzlich entstehen Schienenanlagen für Wartungs- und Servicefahrzeuge. Das Projekt steht exemplarisch für mehr als 4.500 Querungen, die allein in Deutschland im Zuge des Netzausbaus notwendig werden.
Damit Tunnelbohrmaschine Elsa planmäßig im Zielschacht bei Wischhafen durchbrechen kann, haben die Herrenknecht-Ingenieure in enger Abstimmung mit den Ingenieuren der Bauunternehmen PORR sowie Wayss & Freytag Ingenieurbau AG eine Maschine entwickelt, die man nicht alle Tage sieht. Sie muss auf der geologisch sehr heterogenen Bohrstrecke sowohl sehr klebrigen Lauenburger Ton als verschiedene abrasive Sande und Kiese überwinden. “Die herausforderung bestand darin, die technik des hochkomplexen mixschilds in einer maschine von nur knapp 5 metern durchmesser unterzubringen”, sagt Johannes Faißt, Senior-Projektleiter Traffic Tunnelling bei Herrenknecht. Der 190 Meter lange Mixschild mit 4,9 Metern Durchmesser ist für wechselhafte und komplexe Geologien aus Ton, Klei, Torf, Sand, Kies sowie für hohen Wasserdruck bis zu 3,8 Bar unter der Elbe konzipiert. Ein mehrfaches Dichtungssystem schützt die Maschine in rund 20 Metern Tiefe zuverlässig vor eindringendem Wasser. Gleichzeitig werden während des Vortriebs Betonfertigteile eingesetzt, die den Tunnel dauerhaft auskleiden.
Seit Anfang 2025 ist die Maschine vollständig montiert unterwegs. Am 16. November 2025 haben die Vortriebsmannschaften der ARGE Tunnel ElbX bereits 2.600 Meter Tunnel und damit die Hälfte der Vortriebsstrecke aufgefahren und feierten das sogenannte Bergfest.