
Badenova und Herrenknecht bündeln ihre Kräfte für regionale Erdwärme
Der Energieversorger Badenova AG und das Technologieunternehmen Herrenknecht AG realisieren gemeinsam ein Geothermieprojekt. In der Nähe von Freiburg sind Tiefengeothermie-Bohrungen sowie der Bau eines Heizwerks geplant. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) hat vergangene Woche den Hauptbetriebsplan für das Geothermieprojekt genehmigt.
27. Juli 2026 Schwanau/Freiburg, Deutschland. Ziel der Zusammenarbeit von Badenova und Herrenknecht ist es, gemeinsam einen Beitrag zur Wärmewende in der Region zu leisten und rund 20.000 Haushalte in Freiburg langfristig mit nachhaltiger und sicherer Wärme aus heimischen Energiequellen zu versorgen. Hierfür bündeln beide Unternehmen ihre Kompetenzen in der Projektgesellschaft Erdwärme Breisgau, an der sie jeweils zur Hälfte beteiligt sind.
„Die Tiefengeothermie ist für mich eine Schlüsseltechnologie der Wärmewende – mit dem Projekt an der A5 bei Hartheim bringen wir sie nun zusammen mit Badenova einen großen Schritt voran. Gemeinsam erschließen wir ein enormes Energiepotenzial, das direkt unter unserer Heimatregion liegt. So schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung“, sagt Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht, Vorstands-vorsitzender der Herrenknecht AG.
Badenova und Herrenknecht investieren gemeinsam rund 60 Millionen Euro in die Erschließung des Reservoirs und den Bau des Heizwerks. „Geothermieprojekte dieser Größenordnung erfordern unterschiedliche Kompetenzen. Herrenknecht bringt Erfahrung aus Tiefbohr- und Infrastrukturprojekten ein, Badenova aus Wärmeversorgung und Fernwärmebetrieb. Diese Kompetenzen bündeln wir in der gemeinsamen Projektgesellschaft“, verdeutlicht Dirk Sattur, Vorstand der Badenova.
Ulrich Hahne, Geschäftsführer von Herrenknecht Vertical, zeigt den Pioniercharakter der Zusammenarbeit auf: „Mit unserer Tiefbohrtechnologie verstehen wir uns als Enabler der Wärmewende. Die Partnerschaft mit Badenova ist eine Premiere in Deutschland und zukunftsweisend: Ein Energieversorger und ein Technologiepartner setzen gemeinsam und gleichberechtigt ein Geothermieprojekt um und produzieren langfristig zukunftssichere Wärme.“
Wichtige Genehmigung erteilt
Vergangene Woche erfolgte mit der Genehmigung des Hauptbetriebsplans durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) ein wichtiger rechtlicher Schritt für das Geothermieprojekt. „Mit der Genehmigung des Hauptbetriebsplans haben wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit unserem Technologiepartner Herrenknecht wollen wir das geothermische Potenzial in Hartheim erschließen und damit den Grundstein für eine sichere und nachhaltige Wärmeversorgung im Südwesten legen. Die bevorstehenden Bohrungen werden zeigen, welches Potenzial die Geothermie künftig für die Wärmewende entfalten kann“, sagt Hans-Martin Hellebrand, Vorstandvorsitzender der Badenova.
Mit Erdwärme Breisgau soll natürliche Wärme aus tiefen Gesteinsschichten für die Wärmeversorgung der Region genutzt werden. Geplant ist die Nutzung eines rund 3.200 Meter tief liegenden Heißwasservorkommens unter der Gemarkung Hartheim. Dem geförderten Tiefenwasser wird an der Oberfläche Wärme entzogen, bevor es wieder in das gleiche Gesteinsreservoir zurückgeführt wird. „Die anstehenden Bohrungen werden die entscheidenden Informationen über Temperatur und Ergiebigkeit des Reservoirs liefern. Auf dieser Grundlage kann bewertet werden, ob die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb und die weitere Umsetzung des Projekts erfüllt sind“, erklärt Klaus Preiser, Geschäftsführer von Badenova Wärmeplus.
Ab Herbst 2026 beginnen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände nahe der A5 auf Höhe des Rastplatzes Hardt bei Hartheim. Dazu gehören Erdarbeiten, die Herstellung von Arbeits- und Lagerflächen sowie die Einrichtung der Baustelleninfrastruktur. Die Aufnahme der Bohrarbeiten ist derzeit für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen. Während der Bohrphase möchte Erdwärme Breisgau interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich bei Führungen vor Ort über das Projekt zu informieren.

