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Kilometer neue U-Bahn-Strecken sollen bis zum Jahr 2020 im Pearl River Delta entstehen.

Schienenmobilität entlastet Megaregion

Die endlose Stadt am Pearl-River-Delta

Hohes Verkehrsaufkommen Wirtschaftliches Wachstum ist immer auch mit erhöhtem Verkehrsaufkommen verbunden, wie auch an den überfüllten Straßen in Hongkong zu erkennen ist.

Das Pearl-River-Delta im Südosten Chinas entwickelt sich zum größten Ballungsgebiet der Welt. Vorausschauend geplante und hochwertig umgesetzte Infrastruktur macht das rasante Wachstum des Pearl-River-Deltas möglich. Entlang der Mündung des Perlflusses in das südchinesische Meer verschmelzen Guangzhou, Shenzhen, Hongkong und weitere Millionenstädte der Guangdong-Provinz zu einer Megaregion.

Ausgangssituation im Ballungsgebiet
Einsatz der Herrenknecht-Technik
Ziele des chinesischen Infrastrukturausbaus

Ausgangssituation im Ballungsgebiet

Stimmungsbild im Pearl-River-Delta

Rushhour im Zentrum der 12-Millionen-Metropole Guangzhou: Auf der Huangpu Avenue staut sich der Feierabendverkehr auf sechs Spuren, bevor er in einer Unterführung unter der ebenfalls verstopften Tianhe East Road abtaucht. Die Bürgersteige sind voll mit Fußgängern, selbst auf den Radwegenist das Vorankommen schwer, Hupkonzerte und Abgasschwaden setzen Ohren wie Nase zu und stellen die Geduld auf die Probe. An der Bushaltestelle Tiyu Zhongxin (Tianhe Sportzentrum) - mit 250 Metern die längste der Welt - fährt alle 10 Sekunden ein Expressbus ab, um Pendler in die Außenbezirke zu bringen, vorbei an einer Skyline aus Baukränen, Neubauten und noch mehr Neubauten. An einem normalen Tag befördern diese BRT (Bus RapidTransit)-Linien rund 800.000 Passagiere. Vor den Eingängen in die Metro­- ­ station Tiyu Xilu drängen sich Menschentrauben, um zu den Linien 1 und 3 zu gelangen. Bahnbeamte kanalisieren die Massen mit Ansagen und beweglichen Absperrungen. Tag für Tag transportieren die acht Linien unter Guangzhou so rund 4,5 Millionen Menschen- in Spitzenzeiten sogar an die 8 Millionen - vom Zentrum bis hinaus zu einem der drei Fernbahnhöfe oder dem internationalen Flughafen Baiyun, dem inzwischen zweitgrößten Luftdrehkreuz Chinas.

Willkommen im Pearl-River-Delta, einem rasant wachsenden Ballungsgebiet, das sich um die Mündung des gleichnamigen Flusses im Südosten der Volksrepublik schmiegt. Auf rund 41.500 Quadratkilometern Fläche befinden sich neben dem historischen Knotenpunkt Guangzhou – dem ehemaligen Kanton – weitere acht Millionenstädte, darunter Hongkong und Macau, sowie Dutzende kleinere Städte. Geschätzte 120 Millionen Menschen leben und arbeiten in dieser Megaregion, schätzt die UNO in ihrem Bericht „State of the World’s Cities 2010/11”. Die Fabriken, Warenlager und Banken im Delta versorgen den Rest Asiens und der Welt mit Gütern und Dienstleistungen– unter anderem mit begehrter Elektronik wie iPhones und iPads. Unablässig anschwellende Pendler- und Warenströme lassen die Städte in der Provinz Guangdong mehr und mehr zu einer „endlosen” Megacity verschmelzen, bei der eine Siedlung und ein Wirtschaftsstandort in den anderen übergeht. So wuchs Guangzhou zwischen 1990 und 2006 im Schnitt um 7,7 Prozent jährlich, seine Nachbarstädte Dongguan und Shenzhen sogar um 13,1 bzw. 20,8 Prozent.

Der Masterplan für das Pearl-River-Delta.

 

Anschauungsmaterial für Megaregionen

Die Sogwirkung von Großstädten in reichen Industrienationen nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus. So wird die Stadtbevölkerung weltweit nach UNOSchätzungen bis 2030 nur um rund 1,5 Prozent jährlich zulegen. In Nordamerika waren im Jahr 2010 bereits 80 Prozent der Einwohner urbanisiert, in Westeuropa 77 Prozent – beide Kontinente haben den großen Verstädterungsboom lange hinter sich. So vereinigt eine historisch gewachsene Metropole wie Paris rund ein Viertel der Einwohner sowie ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes von ganz Frankreich auf sich. Das Finanzdrehkreuz New York beherbergt einen von 12 US-Bürgern und erwirtschaftet einen von 12 Dollar der gesamten Volkswirtschaft des Landes. Rasantes Wachstum geht nur, wenn moderns te Infrastruktur vorausschauend geplant und zügig umgesetzt wird.

Die chinesische Regierung hat dazu einen ehrgeizigen Plan formuliert, wonach das gesamte Delta bis 2020 zu einem einheitlichen Wirtschafts- und Siedlungsraum werden soll, in dem jede Stadt nur eine Reisestunde von der nächsten entfernt ist, der Verkehr zunehmend auf die Schiene verlagert wird und in dem die Strom- und Kommunikationsnetze sowie die Wasser- und Abwasserversorgung auf den neuesten Stand gebracht werden.

Bei der Umsetzung dieser Vision spielen Tunnelbohrmaschinen (TBM) von Herrenknecht eine wichtige Rolle – sowohl im Granitgestein Hongkongs als auch in den Sedimentböden am Pearl River. Die Ausbauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet mehr als 215 Milliarden Euro sind zudem über die Grenzen Chinas hinaus exemplarisch dafür, wie sich die infrastrukturelle Erschließung von Megacitys im 21. Jahrhundert planen und umsetzen lässt.

Mobilitätslösungen Der öffentliche Personennahverkehr muss den großen Druck des neuen Mobilitätsbedürfnisses aufnehmen. Linderung verspricht der Bau neuer Metro- und Schnellzugnetze.

Die Vernetzung der rund 150 Infrastruktur­projekte zur Verbindung des Pearl-River-Deltas ist gewaltig. So sollen bis 2020 rund 2.800 Gleiskilometer für Hochgeschwindigkeits­züge gebaut werden, rund 2.200 Gleiskilometer für Intercity-Verbindungen und 1.000 Kilometer U-Bahn-Strecken. Prof. Zheng Tianxiang lehrte an der Sun-Yat-Sen- Universität in Guangzhou. Der Akademiker vom „Center for Studies of Hong Kong, Macao and the Pearl River Delta” beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Infrastruktur und Transport in der Region. Die begonnene Integration der Netze sieht er als ersten notwendigen Schritt, um die Infrastruktur für Personen und Güter an die beeindruckende Dynamik der Region anzupassen: „Die Verwirklichung von drei Netzen in einem – also die nahtlose Verbindung von High-Speed Railways, Intercity- Verbindungen und U-Bahn-Netzen – wird das Leben der Bevölkerung grundlegend verändern. Der Schienenverkehr soll die Grundlage und gleichzeitig Bindeglied zum Luftverkehr sowie zu Lkw- und Schiffstransporten sein. Es ist ein guter Plan, auch wenn noch ein paar Details fehlen. Allerdings glaube ich, dass der vorgesehene Ausbau nur die Bedürfnisse der gegenwärtigen Bevölkerungszahl befriedigen kann, weil die Region weiter wachsen wird.”

Und weiter: „Der Entwicklungsplan der Regierung ist eine gute Ausgangsbasis, um mit dem voraussichtlichen Wachstum mitzuhalten. Sobald das große, integrierte Netz steht, fällt für die Menschen die Beschränkung weg, in derselben Stadt zu leben und zu arbeiten.” Wer in diese zukunftsweisende Infrastruktur investiert, so Zheng, bereitet sich auf mehrere große Trends vor: einerseits auf den Übergang von der reinen Exportfertigung zur Herstellung höherwertiger Produkte wie Autos, Flugzeuge und Elektronik und andererseits auf den Wunsch nach besserer Lebensqualität in einem modernen Ballungsraum. Exemplarisch für diese schnell voranschreitende Vernetzung eines boomenden Großraums sind mehrere Projekte, die mit Tunnelbohrmaschinen von Herrenknecht realisiert werden.

Einsatz der Herrenknecht-Technik

Bauarbeiten in sensibler Umgebung

In der 4-Millionen-Stadt Huizhou, im Herzen der Provinz gelegen, werden zwei Tunnel für die Guangdong Intercity Railway vorgetrieben. Nach ihrer Fertigstellung 2014 wird die knapp 100 Kilometer lange Strecke die Städte Dongguan und Huizhou verbinden. „Die Aufgabe der Maschinen S-570/S-571 besteht darin, jeweils einen 2,9 Kilometer langen Tunnel zu erstellen”, erklärt Wang Zhao, Vice General Manager der China Tunnel Construction Company, vor dem Startschacht im Zentrum, der zwischen Bürotürmen und einem Volkssportpark liegt.
 
Der Erddruckschild hat einen Durchmesser von 8,8 Metern. Der Boden wird von den Werkzeugen des Schneidrades gelöst und vermischt sich in der Abbaukammer mit dem dort bereits vorhandenen plastischen Erdbrei. Die weitere Abförderung des Erdbreis wird präzise geregelt. So entsteht ein Stützdruck, um den auf das Schneidrad wirkenden Erd- und Grundwasserdruck auszugleichen und ein Kollabieren der sogenannten Ortsbrust zu verhindern. Das ist wichtig, denn viele Gebäude in Huizhou sind über 100 Jahre alt und würden beschädigt, wenn sich der Grund beim Vortrieb mehr als ein paar Millimeter anhebt oder senkt. In Huizhou arbeitet sich die TBM zunächst einen halben Kilometer unter dem Dongjiang vor, einem Nebenfluss des Pearl River, und unterquert dann einen Kilometer lang die Altstadt, bevor die Trasse am West-See in einer der 17 Stationen der Schnellbahn mündet.

Großbaustelle im Stadtkern Der tägliche Betrieb in Hongkong muss trotz gewaltiger Bauprojekte unbedingt aufrechterhalten werden.

„Die geologischen Verhältnisse sind nicht allzu kompliziert, aber bei der Flussunterquerung und in der Altstadt müssen wir einen engen Spielraum bei der Erdsetzung einhalten. Herrenknecht hat uns genau die richtige technische Unterstützung geboten, um die richtige TBM für dieses Projekt einzusetzen.”, so Wang Zhao, Vice General Manager, China Tunnel Construction Co., Ltd. Guangdong (CTC). Sobald hier der Intercity mit 160 bis 200 Stundenkilometern verkehrt, eröffnen sich der Bevölkerung neue Möglichkeiten. „Huizhou ist ruhiger und grüner als andere Städte im Delta. Die günstigeren Lebenshaltungskosten machen es attraktiv für Großstädter aus Shenzhen und Guangzhou, hierherzuziehen”, erzählt der CTC-Manager. „Das kurbelt die wirtschaftliche Entwicklung Huizhous an.”

Zahlreiche TBM zeitgleich im Einsatz

In Guangzhou sind die Effekte besserer Infrastruktur bereits deutlich sichtbar. Seit 1997 wurden acht Metrolinien mit 144 Haltestellen und einer Streckenlänge von 236 Kilometern eröffnet. „In einer Stadt mit so viel Verkehr und so vielen Staus gibt es keine Alternative zu einem schnellen und leistungsfähigen U-Bahn-Netz”, sagt Zhu Weibin, Vice General Manager der Guangzhou Metro Corporation. „Die Vorteile liegen auf der Hand: umweltfreundlicher Betrieb, Geschwindigkeit, Komfort, ein hohes Passagieraufkommen. Der Bau war eine weise Entscheidung, die allen Menschen in Guangzhou jeden Tag Zeit spart.”

„Die Metro in Guangzhou ist eines der Hauptverkehrsmittel der Stadt geworden. Das Netz soll bis 2020 auf insgesamt 800 Kilometer ausgebaut werden, alleine in den kommenden 5 Jahren auf mehr als 200 Kilometer.“

ZHU WEIBIN, Vice General Manager Guangzhou Metro Corporation

Die Kommune arbeitet bereits am massiven Ausbau: mehr als 200 Kilometer zusätzliche Strecke in den nächsten 5 Jahren. In einer dritten Phase soll Guangzhous Metronetz auf 800 Kilometer anwachsen. Ziel ist die nahtlose Anbindung der Randgebiete, Satellitenstädte und aller wichtigen Verkehrs-knotenpunkte. Beim Bau will die Behörde Anwohner wie Geschäfts- welt so wenig wie möglich stören, deswegen seien TBM von Herrenknecht die beste Lösung, so Zhu. „Ein altes chinesisches Sprichwort sagt, vor einer guten Ernte muss man sich mit den besten Werkzeugen rüsten. Deswegen setzen wir die modernsten Technologien beim Metrobau ein.”

Die Wege zu Herrenknecht sind kurz im Pearl-River-Delta, da das Unternehmen zwei Werke in Guangzhou betreibt: Herrenknecht (Guangzhou) Tunnelling Equipment Co., Ltd. (HTE) in der Free Trade Zone und Guangzhou Herrenknecht Tunnelling Machinery Co., Ltd. (HTM) im Stadtteil Nansha. Außerdem ein Büro in Hongkong (Herrenknecht Tunnelling Equipment Hong Kong Limited). Seit 2005 haben beide Werke mehr als 120 TBM ausgeliefert, davon 28 an Guangzhou und weitere 25 an Shenzhen, eine Retortenstadt mit 9 Millionen Einwohnern direkt an der Grenze zu Hongkong. An beiden Standorten werden nicht nur neue Bohrköpfe und Schneidrollen gefertigt, sondern auch TBM mit einem Durchmesser von bis zu 15 Metern montiert. „Wir haben den Standard für hervorragende TBM-Qualität in China etabliert”, sagt HTM-Geschäftsführer Rainer Hirsch. „Wenn es um ein anspruchsvolles Bauvorhaben oder schwierige Bodenverhältnisse geht, verlangen Kunden unsere Maschinen.” Deswegen wurde in Nansha gerade eine dritte Fertigungshalle in Betrieb genommen, und das Gelände bietet Platz für eine vierte Halle. Die Belegschaft für Bohrkopffertigung, Montage und Field Service ist in Nansha in den vergangenen 5 Jahren von 45 auf mehr als 400 Mitarbeiter gewachsen. Angesichts der bis über 2020 hinaus geplanten Verkehrsprojekte sieht Hirsch ungebremste Nachfrage nach Herrenknecht-TBM-Technologie.

Anspruchsvoller Tunnelbau

Wenn Ingenieure im Pearl-River-Delta vom anspruchsvollen Tunnelbau sprechen, ist meist die 7-Millionen-Stadt Hongkong gemeint. Das Finanz- und Handelszentrum an der Mündung ins Südchinesische Meer ist eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Unter ihrem Spalier aus Bürotürmen und Mietskasernen verbirgt sich ein engmaschiges Netz aus Metrolinien und zahlreichen Versorgungskanälen. In 4 Jahren soll ein weiterer Meilenstein hinzukommen: der Express Rail Link (XRL), der Hongkong mit Shenzhen, Guangzhou und anderen Städten verbindet. Zu Hauptverkehrszeiten sollen die Züge des XRL im 3-Minuten-Takt verkehren und die Reisezeit ins Herz des Deltas von gegenwärtig 3 bis 4 Stunden mit dem Bus oder knapp 2 Stunden mit der KTT-Eisenbahn auf 48 Minuten schrumpfen lassen – auch dank dem Einsatz von insgesamt sechs Herrenknecht-TBM.

„Welches sind Ihre persönlichen Highlights beim XRL-Projekt?“„Die Krönung meiner Karriere ist die Einweihung des XRL nach Shenzhen und Guangzhou. Der Bahnhof West Kowloon wird einer der größten unterirdischen Bahnhöfe der Welt.“

DAVID SORTON, General Manager, XRL-Tunnel, MTR Corporation in Hongkong

Die Baugrube für den Kopfbahnhof West Kowloon macht deutlich, dass die Expressverbindung eine wichtige Infrastrukturlücke schließt. Der XRL liegt nicht nur in einem boomenden Wohn- und Geschäftsviertel mit Blick auf die Wahrzeichen der Stadt. Dank dem Übergang zum Expresszug wird Hongkongs Flughafen mit seinen mehr als 50 Millionen Fluggästen im Jahr per Schiene an die Nachbarstädte im Delta und an das Hochgeschwindigkeitsnetz Chinas bis nach Shanghai und Beijing angebunden. Der neue, komplett unterirdische Bahnhof bietet Platz für 15 Bahnsteige auf vier Ebenen und man rechnet täglich mit rund 100.000 Passagieren. „West Kowloon wird einer der größten unterirdischen Bahnhöfe der Welt. Die Streckenführung stellt uns vor einige Herausforderungen”, berichtet David Sorton, General Manager, XRL-Tunnel, MTR Corporation. Beide Herrenknecht-TBM graben sich bis zur West-Kowloon-Endstation durch, Teil der Entwicklungsregion Kowloon, in der das höchste Hotel aufragt, und müssen verschiedene Geologien inklusive Granit bewältigen. Die XRL-Trasse quert den Kowloon Southern Link der West Rail Line, die 2009 eröffnet wurde. Teile der Linie unter dem Stadtteil Tsim Sha Tsui wurden damals ebenfalls mit einer Herrenknecht-Maschine vorgetrieben.

Express Rail Link (XRL) Zwischen Guangzhou und Hongkong wird künftig ein Hochgeschwindigkeitszug verkehren, der die Fahrzeit zwischen den beiden Megacitys nahezu halbiert.

An Hongkongs nördlicher Grenze zu Shenzhen werden vier Mixschilde die beiden Großstädte miteinander verbinden und dabei unter anderem das Feuchtbiotop Mai Po unterqueren. XRL-Endstation in Guangzhou ist der 2010 eingeweihte Südbahnhof, der mit seinen 28 Bahnsteigen und einer frei-tragenden Hallenkonstruktion an einen Flughafen erinnert. Von hier können Reisende nahtlos auf die Metro oder einen der Schnellzüge in den Rest des Landes umsteigen. Rest des Landes umsteigen. Bewohner der Region sehen der neuen Bahnverbindung mit großen Erwartungen entgegen. „Mein Leben wird angenehmer, keine Frage”, sagt Cai Yujian, der für die Schifffahrts- linie Cosco arbeitet. „Wenn der Preis angemessen ist, ist das kaum zu schlagen.” Genauso positiv sieht das Miles Gu, der in Guangzhou lebt, aber unter der Woche für das Asia Regional Office der Versicherungsgesellschaft Generali in Hongkong arbeitet. Seine Heimfahrt wird sich auf weniger als eine Stunde reduzieren. Er erwägt, aus Guangzhou wegzuziehen und sich direkt am neuen Expressbahnhof in Shenzhen ein Haus zu kaufen, um seine Fahrzeit nach Hongkong auf eine Viertelstunde zu reduzieren. „So kann ich bequem jeden Tag nach Hongkong und abends wieder nach Hause pendeln, anstatt meine Familie nur an den Wochenenden zu sehen”, sagt Gu.

Ziele des chinesischen Infrastrukturausbaus

Mehr Lebensqualität plus ökonomisches Wachstum

Mehr Lebensqualität, reibungsloser Handel und Flexibilität in der gesamten Megaregion des Pearl-River-Deltas – diese Ziele verfolgen auch weitere Großprojekte in Hongkong, in die die Sonderverwaltungszone unter chinesischer Hoheit in den kommenden 10 Jahren mindestens 15 Milliarden US-Dollar investieren will. Die Stadt baut ihr bereits dichtes Netz an Verkehrs- und Versorgungsadern weiter aus, um den wachsenden Strom an Menschen und Waren möglichst intelligent zu kanalisieren. So überqueren nach Erhebungen des Guangdong-Instituts für städtische und ländliche Planung und Design schon heute tagtäglich 1,4 Millionen Menschen die Grenze zwischen Hongkong und Shenzhen.

Peter Weiley vom australischen Bauunternehmen Leighton, der mit Hilfe von Herrenknecht-TBM den Kowloon Southern Link der West Rail Line termingerecht vollendete, kennt sich mit den wachsenden Mobilitätserfordernissen für Menschen und Güter in Hongkong bestens aus: „Einheimische scherzen seit 30 Jahren, dass Hongkong eine wunderbare Stadt wird, wenn sie erst einmal fertig ist. Jetzt ist das Ziel in Reichweite gerückt, die Engpässe für durchgängig schnelle Verkehrswege in und um Hongkong zu entschärfen.”

Hightech-Bahnhof Der neue Südbahnhof in Guangzhou ist Manifest und Ausdruck des Fortschrittsgedankens im Pearl-River-Delta.

Von Hongkongs Erfahrungen im Infrastruktur- ausbau, bei dem Tunnel wenige Meter unter einer rund um die Uhr betriebsamen Großstadt gebohrt werden, ohne Anwohner oder Geschäftsleute zu stören, können andere Städte im Pearl-River-Delta und weit darüber hinaus lernen. Experten prognostizieren, dass Chinas Infrastruktur vor einem erheblichen Wachstumsschub steht, um die rapide fortschreitende Verstädterung des Landes zu ermöglichen. So werden nach Schätzungen des McKinsey Global Institute bis 2030 insgesamt eine Milliarde Chinesen in Städten wohnen, was einem Bevölkerungszu- wachs von 350 Millionen in den nächsten 14 Jahren entspricht. Um diesem Boom gerecht zu werden, benötigt das Land unter anderem mehr als 170 neue öffentliche Verkehrssysteme. Derzeit hat die staatliche Entwicklungskommission (National Development and Reform Commission, NDRC) Metroprojekte in rund 30 Städten genehmigt – eine goldene Gelegenheit für Unternehmen, die den anspruchsvollen Tunnelbau beherrschen. „Jetzt ist die Blütezeit für Metrobau in China, und sie wird wahrscheinlich mindestens bis 2030 anhalten”, sagt Zhu Weibin von der Guangzhou Metro Corporation. „Unsere Städte wachsen schnell, und die Verkehrslage wird immer schlimmer. Um dieses Problem zu lösen, müssen viele neue Linien gebaut werden.”

Frühzeitige Planung, die gute Anbindung an andere Transportmittel und vor allem künftiges Wachstum berücksichtigt, sowie die professionelle Implementierung mit erfahrenen Partnern sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Mit Herrenknechts Expertise haben wir in Guangzhou schon 145 Kilometer Tunnel gebohrt. Herrenknecht hat den größten Beitrag zum Metrobau in unserer Stadt und ganz China geleistet”, lobt Zhu. „Das Unternehmen ist unser verlässlicher Partner bei allen Bauvorhaben, dem wir vertrauen. Sie springen bei Problemen zur richtigen Zeit ein und lösen sie Seite an Seite mit uns.”

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