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Pipe Express®: schnelle Verlegung durch Grundwasser bei Stockholm
Das von Herrenknecht neu entwickelte, halboffene Verfahren zur Verlegung von Pipelines hat seine dritte Erfolgsmission absolviert. Südlich von Stockholm verlegte Züblin Scandinavia AB innerhalb von zwölf Tagen mit Pipe Express® eine über einen Kilometer lange Wasserleitung. Grundwasserabsenkungen waren trotz einem Wasserstand bis fast an die Geländeoberfläche nicht nötig. Gegenüber der herkömmlichen offenen Bauweise schont das Verfahren die Natur erheblich und minimiert gleichzeitig die Baukosten.

Stockholm / Schwanau, 8. April 2015. Die Vorteile lagen für Mats Ohlsson, Projektleiter des Bauherrn Stockholm Vatten, klar auf der Hand: „Für eine offene Bauweise hätten wir Spundwände benötigt und wir hätten das Grundwasser absenken müssen.“ Das Pipe Express®-Verfahren von Herrenknecht kommt hingegen ohne Grundwasserabsenkungen aus. Diesen enormen Budget- und Zeitvorteil machte sich das ausführende Bauunternehmen zunutze. Es setzte Pipe Express® für die Verlegung eines 1.036 Meter langen Abschnitts einer 48-Zoll-Wasserleitung bei Huddinge, gut 10 Kilometer südlich von Stockholm ein. Nach dem Bohrstart am 22. Februar war bereits am 5. März 2015 der Zielpunkt erreicht. In der stärksten 12-Stunden-Schicht verschwanden 221 Meter Pipeline im Boden, die durchschnittliche Bauleistung lag bei 0,70 Metern pro Minute. Circa 60 Prozent der Bauzeit nahm allein das Verschweißen bzw. Beschichten der bis zu 224 Meter langen Stahlrohrstränge in Anspruch.

Michael Lubberger, Senior Product Manager Pipeline bei Herrenknecht, ist stolz auf den Erfolg in Schweden: „Nach dem Pilotprojekt in den Niederlanden und dem Folgeeinsatz in Thailand haben wir jetzt bereits den dritten Vortrieb mit Pipe Express®. Wir sehen starkes Potential für das neue Verfahren auf dem Pipelinemarkt.“ Das rege Interesse eines internationalen Fachpublikums auf der Baustelle bestätigt diese Einschätzung.

Pipe Express® von Herrenknecht ist ein neues, halboffenes Verfahren zur oberflächennahen Verlegung von Pipelines. Dabei erstellt an der Oberfläche ein Buggy mit einer Fräseinheit einen schmalen, ca. 40 Zentimeter breiten Graben. Darunter ist im Erdreich eine Bohrmaschine montiert, die den eigentlichen Tunnel mit Durchmessern bis zu 1,50 Metern gräbt und im gleichen Zug die Rohrleitung legt. Die herausgelöste Erde wird über die Fräseinheit zu Tage gefördert und hinter der Maschine wieder in den Graben gefüllt, aufwändige Nacharbeiten entfallen. Die Vorschubkraft für Abbaueinheit und Pipeline wird von der Startposition aus mit einem Herrenknecht-Pipe-Thruster aufgebracht.

Im Gegensatz zur konventionellen Bauweise sind die Trassenbreiten einschließlich Baustraßen bis zu 70 Prozent schmaler. Umfangreiche Erdbewegungen, Grundwasserabsenkungen, das Einrammen von Spundwänden usw. entfallen.
Bis zu 2.000 Meter lange Pipelines mit einem Durchmesser von 900 – 1.500 Millimeter (36‘‘ - 60‘‘) können so schnell und kostengünstig verlegt werden.

Das Unternehmen Stockholm Vatten produziert täglich rund 370.000 m³ Trinkwasser für die 1,3 Millionen Bewohner der schwedischen Hauptstadt. Züblin Scandinavia AB hatten den Auftrag erhalten, südlich von Stockholm das Leitungsnetz um eine einen Kilometer lange Pipeline zu erweitern.

Ein kurzes Video zum Projekt finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=au64XS5tBUw

Ihre Ansprechpartner Kontaktieren Sie uns

Jack Brockway Geschäftsführer Herrenknecht Tunnelling Systems USA Inc.
Gerhard Goisser COO Herrenknecht Tunnelling Systems USA, Inc.