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Port of Miami Tunnel
Vereinigte Staaten von Amerika, Miami, FL
2011 – 2013
Lösungen für Herausforderungen

Ursprünglich war ein „normaler“ EPB-Schild vorgesehen. Detaillierte Untersuchungen des Baugrundes im Hafen von Miami, Florida, ergaben aber, dass auf rund einem Drittel der Tunneltrasse mit stark porösem Material (Key-Largo-Kalkstein) zu rechnen ist, das zudem unter hohem Wasserdruck steht. Ein EPB-Schild würde hier an seine Grenzen stoßen. Zusammen mit den Spezialisten des Kunden machen sich die Herrenknecht-Ingenieure daran, eine Lösung zu erarbeiten.

Es gilt den „Port of Miami Tunnel“ aufzufahren: einen zweiröhrigen Straßentunnel mit je zwei Fahrbahnen pro Richtung, der die Innenstadt von Miami von 16.000 Fahrzeugen entlasten soll, die täglich den Hafen ansteuern. Der Hafen von Miami ist mit über vier Millionen Passagieren im Jahr nicht nur der größte Kreuzfahrtschiff-Hafen der Welt, sondern gleichzeitig ein bedeutender Frachtumschlagplatz mit jährlich rund sieben Millionen Tonnen Gütern. Der zweiröhrige Port of Miami Tunnel wird die Fahrrinne der Kreuzfahrtschiffe unterqueren und den Hafen mit Watson Island verbinden. Dort wird eine vorhandene Brücke erweitert und so eine leistungsfähige Zuleitung zu den Autobahnen I-395 und I-95 geschaffen.

Herrenknecht liefert für Miami einen EPB-Schild mit 12,86 Meter Durchmesser, der die bis dahin größte Maschine diesen Typs in den USA ist. Die Werksabnahme findet im Frühjahr 2011 in Schwanau statt, der Vortriebsstart in Miami im November 2011. Bereits nach acht Monaten ist am 31. Juli 2012 der erste der beiden Tunnel („Eastbound Tunnel“) nach 1.278 Metern aufgefahren. Der Durchbruch von „Harriet“ wird von mehreren Hundert Zuschauern begeistert gefeiert. Die Bestleistungen betragen pro Tag 18,7 Meter und pro Woche 100,3 Meter. Nach dem Durchbruch wird die Maschine mitsamt den Nachläufern gewendet für den Vortrieb der zweiten Röhre („Westbound Tunnel“) in entgegengesetzter Richtung. Bereits am 6. Mai 2013 ist es dann soweit: der finale Durchbruch. Der Projektleiter des ausführenden Bauunternehmens stellt das Projekt anlässlich der Durchbruchsfeier in die Spitzengruppe des Tunnelbaus. Es sei der erfolgreiche Abschluss eines der technisch herausforderndsten Projekte weltweit. Als beste Tagesleistung für den zweiten Tunnel werden 15,3 Meter und als beste Wochenleistung 86,7 Meter in die Vortriebsberichte eingetragen.

Die speziell für Miami entwickelte Lösung besteht darin, das Einsatzspektrum des EPB-Schildes zu erweitern. Ziel ist es, sowohl den weichen aber stabilen Grund tunneleingangs und -ausgangs als auch den porösen Kalkstein und einen Wasserdruck von bis zu drei Bar in der Mitte unter der Fahrrinne sicher beherrschen zu können. Als „Water Control Process“ (WCP) wird das System von den Ingenieuren bezeichnet, das die Beherrschung des Wasserdrucks und die Förderbarkeit des abgebauten Materials sicherstellt. Die Wasser-Boden-Mischung wird über die Schnecke mit angeschlossenem Steinbrecher und Slurryfier Box über einen Slurrykreislauf abgefördert. Unterstützt wird das System durch Injektionen, die den Baugrund vor der Maschine stabilisieren.

Das international renommierte Wirtschaftsprüfungs- und -beratungsunternehmen KPMG setzt 2012 den Port of Miami Tunnel auf die Liste der zehn innovativsten Verkehrsprojekte weltweit, zusammen u. a. mit dem East Side Access Project (New York, 2 x Mixschild), dem Bosporus-Straßentunnel (Istanbul, 1 x Mixschild) und der U-Bahn-Line 4 in Sao Paulo (1 x EPB-Schild).

Port of Miami Tunnel

Datenblatt

Land, Ort

Vereinigte Staaten von Amerika, Miami, FL

Jahr

2011 – 2013

Anwendung

Straße

Geologie

Heterogene Böden
Weiche Böden
Sandstein, Kalkstein, Sand

Vortriebslänge

2.338 m

Maschinendaten

1x EPB-Schild:
Durchmesser: 12.860 mm
Ausbauverfahren: Tübbingausbau
Antriebsleistung: 6.300 kW
Drehmoment: 37.211 kNm

Ihre Ansprechpartner Kontaktieren Sie uns

Jack Brockway Geschäftsführer Herrenknecht Tunnelling Systems USA Inc.
Gerhard Goisser COO Herrenknecht Tunnelling Systems USA, Inc.