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Rio de Janeiro Metro Line 4
Brasilien, Rio de Janeiro
2013 – 2016

Im Jahr 2014 finden in Brasilien die Fußballweltmeisterschaften statt und zwei Jahre später, 2016, sind die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Dazwischen, 2015, feiert man den 450. Geburtstag der Stadt. Die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro investiert in eine Reihe von Infrastrukturprojekten, um die Verkehrssituation für die rund elf Millionen Einwohner des Großraumes und für die zu erwartenden Gäste zu verbessern. Eines der Großprojekte ist der Bau der neuen, insgesamt 14 Kilometer langen Metro-Linie 4.

Im Sommer 2013 setzte die UNESCO die Stadt Rio de Janeiro auf die Weltkulturerbe-Liste. Rio de Janeiro besitzt das weltweit größte innerstädtische Waldgebiet. Rund ein Viertel der Stadtfläche besteht aus Berglandschaften mit zum Teil steilen, unbebaubaren Hängen. Entsprechend hoch sind die Bevölkerungsdichte in der Stadt sowie der Druck auf die Verkehrsinfrastruktur, die chronisch überlastet ist und deren Kapazitäten für die anstehenden Großereignisse dringend ausgebaut werden müssen. Zusätzlich zu den beiden bereits bestehenden U-Bahn-Linien mit einer Gesamtlänge von rund 41 Kilometern soll die neue „Linha 4“ entlang der Atlantikküste eine leistungsfähige Verbindung zwischen Barra da Tijuca im Westen und dem Stadtteil Ipanema herstellen. Von Ipanema aus fährt die Metro-Linie 1 in Richtung Innenstadt, wo das Maracanã-Stadion für die Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Spiele vollständig modernisiert wird.

Herrenknecht liefert für den 4,6 Kilometer langen Abschnitt der neuen Linie 4 zwischen den Stationen „General Osorio“ und „Gavea“ eine Tunnelbohrmaschine vom Typ Multi-Mode-TBM (Ø 11,46 Meter). Am 27. September 2012 findet im Schwanauer Herrenknecht-Werk im Beisein des Vertreters der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro, Staatssekretär Regis Velasco Fichtner Pereira, die Abnahme der Maschine durch den Kunden statt. Für die zweitgrößte Stadt Brasiliens ist es eine Premiere: Zum ersten Mal kommt eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz, nachdem alle bisherigen Tunnel konventionell vorgetrieben oder in offener Bauweise erstellt wurden.

Um die unterschiedlichen Baugrundverhältnisse entlang der Tunneltrasse bewältigen zu können, konstruieren die Herrenknecht-Ingenieure die Maschine so, dass der Vortriebsmodus im Tunnel mit relativ wenig Aufwand gewechselt werden kann. Im offenen Modus wird das standfeste Hartgestein (Gneis) über ein Förderband abtransportiert. Im geschlossenen EPB-Modus erfolgt der Abtransport durch eine Förderschnecke, deren Fördergeschwindigkeit in Relation zur Vorschubgeschwindigkeit gleichzeitig den Stützdruck beim Vortrieb im vorwiegend sandigen Untergrund sicher und exakt reguliert. Eine weitere Besonderheit der Maschine für Rio de Janeiros Metro-Linie 4 ist das Steuergelenk in einem Durchmesserbereich von über elf Metern. Es ermöglicht der Vortriebsmannschaft, die engen Kurven mit einem Radius von teilweise nur 250 Metern zu bewältigen. Am 3. Januar 2014 fällt der Startschuss in Rio de Janeiro: Die Herrenknecht-Multi-Mode-TBM bohrt sich vom Startschacht die ersten Meter in den Boden. Am 10. April 2016 schließt der Bohrschild seine Mission vorläufig mit dem Durchbruch in eine Kaverne zwischen den Stationen „A. Quental“ und „Gavea“ ab.

Die Schalungen, in denen die rund 19.000 Betonsegmente (Tübbinge) für den Tunnelausbau produziert werden, liefert die Konzern-Tochter Herrenknecht Formwork. Darüber hinaus liefert Herrenknecht für den Betrieb der Maschine das Navigationssystem (VMT), das Tunnelband (H+E) sowie Multiservice-Fahrzeuge für den Material- und Personaltransport im Tunnel (Techni-Métal Systèmes).

METRÔ LINHA 4 (Portugiesisch)

Datenblatt

Land, Ort

Brasilien, Rio de Janeiro

Jahr

2013 – 2016

Anwendung

U-Bahn

Geologie

Weiche Böden
Heterogene Böden
Festgestein
Gneis, Sand

Vortriebslänge

4.809 m

Maschinendaten

1x Multi-Mode-TBM:
Durchmesser: 11.460 mm
Ausbauverfahren: Tübbingausbau
Antriebsleistung: 4.200 kW
Drehmoment: 11.311 kNm

Ihre Ansprechpartner Kontaktieren Sie uns

Jack Brockway Geschäftsführer Herrenknecht Tunnelling Systems USA Inc.
Gerhard Goisser COO Herrenknecht Tunnelling Systems USA, Inc.