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Stadtbahn Europaviertel
Deutschland, Frankfurt/Main
2019 – heute
Verlängerung der Stadtbahnlinie U5 Europaviertel

Mit dem Europaviertel entsteht auf dem ehemaligen Gelände des Frankfurter Güterbahnhofs ein neuer Stadtteil, in dem rund 30.000 Menschen arbeiten und 10.000 wohnen werden. Um das wachsende Stadtviertel an das städtische Nahverkehrsnetz anzubinden, wird mit der Verlängerung der Stadtbahnlinie U5 ein leistungsfähiger Anschluss geschaffen. Der Ausbau der U5 ist eines der wichtigsten Infrastruktur-Projekte in Frankfurt und soll den Menschen von 2024 an ein modernes, öffentliches Verkehrsmittel bieten.

Die Linie U5 wird über die bisherige Endstation „Hauptbahnhof“ nach Westen hinaus in das neue Quartier Europaviertel um ca. 2,7 km verlängert und erhält vier neue Stationen, eine davon unterirdisch. Bauherrin ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), die speziell für das Projekt „Verlängerung der Stadtbahnlinie U5 Europaviertel“ gemeinsam mit der Stadt Frankfurt die Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft GmbH (SBEV) gegründet hat.

Die Bauausführung des unterirdischen Streckenteils und des Rohbaus der in diesem Abschnitt liegenden Station „Güterplatz“ hat die ARGE U5 Europaviertel, eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus den beiden Firmen PORR Deutschland GmbH und der PORR Tochterfirma Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH, übernommen.

Die beiden fast parallelen Tunnelröhren, 837 und 860 Meter lang, werden nacheinander von einem Herrenknecht-Erddruckschild mit einem Bohrdurchmesser von 7,15 Metern gebohrt und mit Tübbingen ausgekleidet. Die Tunnelvortriebsmaschine S-1127 wird am 26. August 2019 im Rahmen einer Andrehfeier auf den Namen „Eva" getauft. Ihr Name geht aus einem Wettbewerb hervor und steht für „Europaviertel anbinden“.

„Eva“ ist speziell an die Gegebenheiten des Projekts angepasst. Der Frankfurter Untergrund zeichnet sich durch kohäsive Böden mit hohen Ton- und Schluffanteilen und geringer Wasserdurchlässigkeit aus. Aufgrund des innerstädtischen Vortriebs werden allerdings sehr hohe Anforderungen an die Setzungsminimierung gestellt.

Das Schneidrad des EPB-Schildes, das mit rund 100 Schälmessern und 29 Schneidrollen als Werkzeuge für den Abbau des Bodens bestückt ist, wird beim Vortrieb an die Ortsbrust gedrückt und löst das anstehende Erdreich. Das abgebaute Material, der Erdbrei, wird direkt als Stützmedium genutzt. Dies ermöglicht den nötigen Ausgleich der Druckverhältnisse an der Ortsbrust und verhindert somit ein unkontrolliertes Einbrechen des Erdreichs. Dadurch wird die Gefahr von Setzungen oder Hebungen an der Oberfläche minimiert und daraus resultierende Schäden an Bauwerken vermieden.

Der Bohrbeginn durch „Eva“ erfolgt Anfang September 2019. Die Tunnelvortriebsmaschine beginnt zunächst mit der südlichen Tunnelröhre und gräbt sich von der Startbaugrube aus bis ca. 3 Meter vor das Bestandsbauwerk am Platz der Republik. Dabei durchfährt sie die Verbauwände der zukünftigen unterirdischen Station „Güterplatz“. Anschließend wird die Maschine in Teilen abgebaut und durch den zuvor hergestellten Tunnel an ihren Ausgangspunkt zurückgezogen. Nach dem Wiederaufbau macht sich die Maschine erneut auf den Weg, um auch die zweite Tunnelröhre zu bohren.

Während des Vortriebs arbeiten an sieben Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag acht Mineure pro Schicht auf der Maschine in bis zu 25 Metern Tiefe im Frankfurter Untergrund. Das Team besteht insgesamt aus 60 Mineuren.

SBEV GmbH

PORR AG

Einzelne Bilder mit freundlicher Genehmigung der SBEV GmbH/Klaus Helbig.

Datenblatt

Land, Ort

Deutschland, Frankfurt/Main

Jahr

2019 – heute

Anwendung

U-Bahn

Geologie

Weiche Böden
Ton, Schluff, Kalksand, Kies

Vortriebslänge

1.697 m

Maschinendaten

1x EPB-Schild:
Durchmesser: 7.150 mm
Ausbauverfahren: Tübbingausbau
Antriebsleistung: 960 kW
Drehmoment: 3.179 kNm

Ihre Ansprechpartner Kontaktieren Sie uns

Jack Brockway Geschäftsführer Herrenknecht Tunnelling Systems USA Inc.
Gerhard Goisser COO Herrenknecht Tunnelling Systems USA, Inc.